Haltung + Nahrung

Haltung:

Leopardgeckos sind dämmerungsaktiv und keine Tiere zum spielen, der Beobachter ist hier gefragt! Junge Tiere sind sehr scheu, sie werden erst mit zunehmendem Alter neugierig und zutraulicher, das ist aber auch von Gecko zu Gecko verschieden. Neugierig sind sie alle!
Geschlechtsunterscheidung von Leopardgeckos: Bei ausgewachsenen Tieren ist die Geschlechtsbestimmung recht einfach, die Unterschiede sieht man auf den beiden Bildern. Das Männchen hat stark ausgeprägte Präanalporen, beim Weibchen sind diese meist geschlossen bzw. nicht ganz so stark sichtbar. Weiters erkennt man das Männchen an den stark verdickten Hemipenistaschen am Schwanzansatz, dieses Erkennungsmerkmal haben ausschließlich Männchen.
Das Männchen:
Stark ausgeprägte Präanalporen und verdickte Hemipenistaschen am Schwanzansatz
Das Weibchen:
Weniger ausgeprägte Präanalporen und keine Verdickung am Schwanzansatz

Die nötige Luftfeuchte erreicht man durch Besprühen des Bodengrundes (mindestens 2-3x pro Woche) und einer stets feucht gehaltenen Höhle (z.B. aus Keramik), tagsüber kann die Luftfeuchtigkeit auf 40-50% abfallen, nachts sollte sie bei 60-75% liegen. Weiters ist eine immer gefüllte Wasserschale unbedingt notwendig, damit die Geckos eine eventuell zu niedrige Luftfeuchte durch Flüssigkeitsaufnahme ausgleichen können.
Sollte jedoch die Luftfeuchte permanent zu niedrig sein, kann es zu Häutungsproblemen kommen. Es dürfen auf keinen Fall irgendwelche Hautrückstände auf dem Gecko zurückbleiben, vor allem nicht auf den Zehen oder der Schwanzspitze. Sollte dies passieren besteht die Gefahr, dass diese Hautreste eintrocknen und die darunter liegenden Gliedmaßen abschnüren bis diese absterben. Also muss unbedingt alles entfernt werden, am besten die Haut in Wasser aufweichen lassen und dann vorsichtig mit einer Pinzette entfernen.

Man sollte den Leopardgeckos eine Winterruhe gönnen, dies gehört zum natürlichen Lebenszyklus der Tiere. Die Gesundheit wird dadurch gefördert und auch die Paarungsbereitschaft erhöht sich. Absolute Voraussetzung ist jedoch, dass die Geckos kerngesund sind und einen ausreichenden Fettspeicher, also einen dicken Schwanz, besitzen.
Die Winterruhe sollte ca. zwei Monate dauern und ist völlig unabhängig von der wirklichen Jahreszeit, solange folgendes beachtet wird: Ein Monat vor dem geplanten Start fängt man an Temperatur, Beleuchtung und Nahrung langsam zu reduzieren. Ungefähr 1-2 Wochen bevor die gewünschte Temperatur von ca. 15°C erreicht wird, sollten die Tiere kein Futter mehr zu sich nehmen, damit sich der Darm völlig entleert hat. Danach werden die Geckos zwei Monate nicht gefüttert, nur eine Schale mit frischem Wasser ist notwendig. Es ist darauf zu achten, dass die Temperatur relativ konstant zwischen 10°C und 15°C bleibt, unter 7°C kann es lebensgefährlich sein.
Nach dieser Zeit werden Temperatur und Beleuchtung wieder langsam angehoben. Die Tiere müssen sich erst wieder an die Nahrung gewöhnen, also auch mit den Futtertieren anfangs sparsam umgehen! Nach 3-4 Wochen sollte dann alles wieder normal laufen.


Nahrung:

Die Hauptnahrung sollte aus Heimchen bzw. Grillen bestehen, die regelmäßig vor der Verfütterung mit Vitaminpulver bestäubt werden (etwa bei jeder zweiten Fütterung). Dies ist vor allem für junge Tiere sehr wichtig, damit sie genug Vitamine für den Wachstum aufnehmen, aber auch ältere Tiere kommen nicht ohne Vitamine aus.
Bei kleinen Geckos muss man mit der Größe der Futtertiere etwas aufpassen, das ungefähre Maß ist: die Länge der Heimchen/Grillen darf nicht größer sein als die Kopfbreite des Geckos. Bei adulten Tieren können es ruhig mal größere Brocken sein.
Weiters lieben Leopardgeckos Mehlwürmer, diese werden meiner Erfahrung nach besser angenommen als Heimchen. Der Nachteil ist jedoch, dass Mehlwürmer kaum aus Vitaminen, jedoch hauptsächlich aus Fett bestehen, daher sind sie als Hauptnahrung gänzlich ungeeignet, als „Snack“ zwischendurch sind sie jedoch in Ordnung. Wenn allerdings zu viele verfüttert werden, können die harten Chitin-Panzer der Würmer Probleme bei der Verdauung hervorrufen, darum sollte man ausschließlich frisch gehäutete Mehrwürmer (weiße) verfüttern.
Nur für ausgewachsene Tiere bieten sich auch noch kleine nackte Mäuse an, die sehr nahrhaft sind.
Als weiteres Futter gibt es noch Heuschrecken, Wachsmotten, Zophobas (Schwarzkäferlarven) und Schaben, für eine abwechslungsreiche Ernährung ist sicher jeder Gecko dankbar.

Wir füttern unsere Leopardgeckos 2-3 Mal pro Woche mit jeweils 3-5 Heimchen pro Tier. Frisch geschlüpfte Geckos sollte man täglich mit ein paar Heimchen entsprechender Größe füttern, ab dem 6. Monat auch nur noch jeden 2. oder 3. Tag. Zwischendurch gibts manchmal Mehlwürmer, aber nur als Snack!
Eine allgemeine Richtlinie, wie oft und wie viel man füttern muss, gibt es aber nicht. Es ist darauf zu achten, dass der Schwanz schön dick ist, da dieser den Fettspeicher darstellt. Sonst sollte der Gecko aber schön schlank bleiben, denn wenn er am Körper merklich Fett ansetzt war´s wohl doch zu viel mit der Fütterung.
Für einen guten Knochenaufbau ist Kalk bzw. Kalzium erforderlich, deshalb sollte man den Tieren, vor allem im Wachstum, immer etwas Sepiaschale anbieten. Sie wird einfach zerkleinert und dann im Terrarium verteilt oder in einer separaten Schüssel angeboten. Sollten die Tiere im Wachstum zu wenig Kalzium zu sich nehmen, kann es vorkommen, dass die Knochen zu weich werden und sich verformen, das kann man wohl keinem Tier zumuten!

Mindestterrariumgröße: 100x40x40 für 1 Paar

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